Es gibt wieder frei lebende Wisente

Sie streifen wieder durch die heimischen Wälder: Wisente! Die größten Landsäuger Europas. Die Initiative zur Wiederansiedlung ging von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1934 – 2017) aus. 2010 kam mit Bulle Egnar der erste Wisent in das eingezäunte 88 Hektar große Auswilderungsareal nach Bad Berleburg. Weitere Tiere folgten. Drei Jahre wurden sie dort auf ihre Freiheit vorbereitet – und wissenschaftlich begleitet.

2013, am 11. April, war es dann soweit. Ein bedeutender Tag für den europäischen Artenschutz. Der Zaun fiel: Eine damals achtköpfige kleine Wisente-Herde war frei. Sie bildete den Grundstock für die heutige Herde.

Wissenswertes zu den Wisenten in Kürze:

Schon in der Steinzeit malten die Menschen Bilder von Wisenten an die Höhlenwände. Das sind die Fakten:

Name: Wisent oder Europäischer Bison (Bison bonasus).
Lebenserwartung: Bullen werden bis zu 16 Jahre, Kühe bis zu 24 Jahre alt.
Größe: Ausgewachsene Tiere sind bis zu drei Meter lang und haben eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern.
Gewicht: Bullen wiegen 500 bis 1.000 Kilogramm, die Kühe können ca. 300 bis 500 Kilogramm auf die Waage bringen.
Aussehen: Wisente haben dunkelbraunes Fell und einen hohen Widerrist. An ihrem markanten Schädel tragen sie zwei Hörner.
Lebensraum: Bevorzugte Lebensräume sind Laub- und Mischwälder.
Nahrung: Als reine Pflanzenfresser ernähren sie sich von Gräsern, Kräutern und Rinde, rund 50 Kilogramm Futter benötigen sie am Tag.
Fortpflanzung: Die Brunftzeit ist von August bis November. Die Wisent-Kühe tragen ihre Kälbchen neun Monate, so dass diese meist im Frühjahr und Sommer zur Welt kommen. Bei der Geburt wiegt der Nachwuchs etwa 30 Kilogramm.
Sozialverhalten: Bei den Wisenten führt eine Leitkuh die Herde. Als Einzelgänger schließen sich die Bullen nur in der Brunftzeit der Wisent-Familie an.

Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie die Könige der Wälder in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ oder die Wisent-Erlebnisausstellung im Zentrum von Bad Berleburg.