Die Dungkäfer

Was der Dungkäfer erzählt

Dungkäfer sind ein wichtiger Indikator für die Artenvielfalt. Sie sind durch ihre Nahrung und Brutpflege unmittelbar von den Exkrementen der Weidetiere abhängig. Die Artenzusammensetzung und der Artenreichtum einer Dungkäfergemeinschaft sind unter anderem stark von der Beweidungsdichte, der Weidetierart und der Nutzungsgeschichte eines Weidegebietes beeinflusst.

Die Analyse der Artenzusammensetzung und Individuenzahl einer Dungkäfergemeinschaft (Zönose) stellen Hilfsmittel zur naturschutzfachlichen Bewertung von Weidebiotopen dar. Von April bis November wurden in einem speziellen Gebiet alle vier Wochen vier Kothaufen vom Wisent und mindestens zwei Faeces Wildlosung eingesammelt. Die Scarabaeoidea wurden in Anlehnung an die Methode nach MOORE (1954) gefangen. Insgesamt wurden 1495 Käferimagines von 20 coprophagen Scarabaeoidea-Arten erfasst. Im Wisentkot wurden deutlich mehr Individuen je Kilogramm Probemasse gefangen als in der Wildlosung. Die Artenzahl ist im Wisentkot mit 19 Arten deutlich höher als in der Wildlosung mit 13 Arten. Die Artenvielfalt auf der Untersuchungsfläche deutet darauf hin, dass sich bereits nach einjähriger extensiver Ganzjahresbeweidung ein für diese Region charakteristisches Artenspektrum eingestellt hat.

Die Artenzahl und die Abundanz der Scarabaeoidea im Wisentkot ist mit den Ergebnissen auf bereits untersuchten Flächen in der Rhön und bei Meiningen vergleichbar. Die Artenzahl und Abundanz der Arten liegt auf einem ähnlichen Niveau, wie auf den bereits untersuchten Weidegebieten, die nach dem Prinzip der „halboffenen Weidelandschaft“ bewirtschaftet werden.

Die relativ hohe Artendiversität ist die direkte Folge einer ganzjährigen extensiven Beweidung mit einer sehr geringen Besatzdichte nach dem Konzept der „Wildnisgebiete“. Die Entwicklung stabiler regions- und biotoptypischer Dungkäferzönosen wird durch diese Art der Bewirtschaftung gefördert.

Die Ausführungen basieren auf den Studienergebnissen der am Projekt beteiligten Wissenschaftler.