Erstes wild geborenen Kalb seit vielen hundert Jahren

Neugeborener Quintus vergrößert die Wisent-Gruppe / Spaziergänger im Wald sollten Abstand halten und Respekt vor den Tieren zeigen

Bad Berleburg, 21. Mai 2013. Kaum sind die Wisente Anfang April dieses Jahres in die Freiheit entlassen worden, hat sich auch schon Nachwuchs eingestellt: Denn Leitkuh Araneta brachte am 5. Mai 2013 ein gesundes männliches Kalb zur Welt. „Zum ersten Mal ist damit nach hunderten von Jahren wieder ein wildes Wisent-Kalb in Wittgenstein geboren worden“, freut sich der erste Vorsitzende des Trägervereins, Bernd Fuhrmann, über den neuerlichen Erfolg des Artenschutzprojektes. Damit ist die frei lebende Wisent-Gruppe auf neun Mitglieder angewachsen. Spaziergänger, die zufällig auf die Gruppe treffen, sollten sich fernhalten.

Neben der Artenschutz-Herde gibt es noch eine zweite Wisent-Gruppe. Sie lebt in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ und kann dort dauerhaft besucht werden (mehr Informationen unter www.wisent-welt.de). Sowohl bei der freigelassenen Herde als auch bei der Gruppe in der „Wisent-Wildnis“ wurden in den vergangenen Jahren jeweils zwei Kälbchen geboren – aber noch nie eines in Freiheit. Weil der Neuankömmling vom 5. Mai das fünfte in Wittgenstein geborene Wisent ist, erhielt er jetzt den Namen Quintus (Der Fünfte). Für alle in der Region geborene Wisente muss der Name mit dem Buchstaben „Qu“ beginnen. Das schreibt das internationale Wisent-Zuchtbuch so vor.

Johannes Röhl vom Wisent-Vereinsvorstand mahnt Waldbesucher, die zufällig auf die Wisent-Gruppe treffen sollten: „Haben Sie bitte Respekt vor den Tieren und halten Sie Abstand, besonders da die Wisent-Mutter ihr Junges beschützt und abschirmt. Wisente sind zwar friedliebend, aber dennoch wilde Tiere.“ Zudem stellt das Verlassen der Waldwege dort, wo sich die Tiere im Augenblick im Naturschutzgebiet bewegen, eine Ordnungswidrigkeit dar. Auch das Nachstellen von Wild ist nicht erlaubt.

Also: Wisenten zusehen und nachschauen: ja – hinterhergehen und verfolgen: nein!

Wisent-Ranger Jochen Born berichtet: „Quintus ist putzmunter, er ist gesund und macht einen vitalen Eindruck, und er folgt Araneta auf Schritt und Tritt.“ Da Mama Araneta den Rang der Leitkuh innehat, befindet sich die Herde immer stets eng beieinander. „Quintus ist also mittendrin“, unterstreicht Jochen Born, und fühlt sich offensichtlich sehr wohl und geborgen in seiner Umgebung.