Internationale Beachtung für Wittgensteiner Wisente

Dänische Regierungsvertreter und NRW-Umweltminister Remmel informieren sich vor Ort

Umweltminister Johannes Remmel informierte sich vor Ort über das Wisent-Projekt.

Bad Berleburg, 15. Dezember 2010. Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel hat sich vor Ort in Bad Berleburg über das Wisent-Projekt informiert. Das in Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt zur Freisetzung der Wisente im Wittgensteiner Wald findet darüber hinaus auch internationale Beachtung. Denn zeitgleich weilte eine sechsköpfige Delegation der dänischen Regierung in Bad Berleburg. Auch die Vertreter des dortigen Umweltministeriums wollten sich über das Artenschutzprojekt informieren. In Dänemark werden derzeit Überlegungen angestellt, ebenfalls ein Wisent-Artenschutzprojekt aufzusetzen – allerdings unter der Verantwortung der Regierung. Zurzeit werden in Bad Berleburg in einem geschützten und der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich acht Wisente auf ihre Auswilderung vorbereitet.

Der aus Siegen stammende Umweltminister Johannes Remmel und die dänische Regierungsdelegation wurden vom Vorstand des Trägervereins „Wisent Wildnis Wittgenstein e. V.“ über den aktuellen Stand und die Perspektiven des Artenschutzprojekts informiert. Der erste Vorsitzende des Vereins, Bernd Fuhrmann, und seine Vorstandskollegen Paul Breuer und Johannes Röhl berichteten gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Koordinator, Dr. Jörg Tillmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, über Hintergründe und Zielsetzungen. Begleitet wurde die Delegation von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und seinem Sohn Gustav.

Derzeit leben acht Wisente in einem rund 88 Hektar großen Auswilderungsareal. Dort werden sie auf ein freies und wildes Leben in einem zirka 4.300 Hektar großen Waldgebiet im Eigentum von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg vorbereitet. In der freien Natur soll sich die Herde natürlich auf eine Größe von maximal 20 bis 25 Tiere vermehren. Das Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Parallel entsteht im kommenden Jahr auch ein Bereich für Touristen, in dem eine zweite Wisent-Herde angesiedelt wird. Es stellt praktisch ein „Guckloch“ in das Artenschutzprojekt dar.

Der erste Vorsitzende des Wisent-Vereins, Bernd Fuhrmann, würdigte besonders den frühen Besuch von Umweltminister Remmel in Bad Berleburg. Schließlich sei dieser erst wenige Monate im Amt. Das unterstreiche zugleich die Bedeutung des Artenschutzprojektes und die Priorität, die ihm der Minister gebe. Remmel habe angeregt, den Umweltausschuss des Landtages demnächst einmal in Bad Berleburg tagen zu lassen – vor dem Hintergrund der „einzigartigen und faszinierenden“ Wisent-Ansiedlung. Minister Remmel, berichtet Bernd Fuhrmann, habe auch das „hervorragende Potenzial“ des Wisent-Projekts für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Region herausgestrichen.

Auch die Delegation der dänischen Regierung zeigte sich beeindruckt. Ihr besonderes Interesse galt der Projektidee und ihrer Umsetzung. Aus Dänemark waren Forstmeister Søren Friese (Skov og Naturstyrelsen Bornholm), Biologe Erling Krabbe (Skov og Naturstyrelsen), Biologe Jill Notlev (Skov og Naturstyrelsen Bornholm), Biologe Anja Vilsholm (Skov og Naturstyrelsen Bornholm) sowie die Förster, Jagd- und Wildratgeber Sandor Hestbæk Markus (Skov og Naturstyrelsen Kronjylland) und Tommy Hansen (Projektmanager/Skov og Naturstyrelsen Bornholm) ins Wittgensteiner Land gekommen. Denn die Regierung plant in Bornholm ein ähnlich gelagertes Artenschutzprojekt. Und da sich die Bad Berleburger Wisente binnen kurzer Zeit auch schon im Ausland einen Namen gemacht haben, lag für die Dänen nichts näher, den Ort des Geschehens aus nächster Nähe anzusehen.

Das Artenschutzprojekt wird gefördert vom Bundesamt für Naturschutz und vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Träger des Projektes ist der Verein „Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V.“