Mit Zuversicht in das Jahr 2020

Wisent-Verein ist gut aufgestellt / Bernd Fuhrmann: „Es geht entscheidend voran“

Bad Berleburg, 17. Januar 2020. „Es geht entscheidend voran“, fasst Bernd Fuhrmann die Ereignisse der vergangenen Wochen und den Ausblick für 2020 zusammen. Der erste Vorsitzende des Wisent-Vereins zeigt sich hinsichtlich der Zukunft des in Westeuropa einzigartigen Artenschutzprojektes im Rothaargebirge zuversichtlich: „Der Stillstand der vergangenen Jahre ist überwunden.“

Anfang Januar hat der Wisent-Verein den Genehmigungsantrag für den Bau eines Zaunes zur befristeten Einhegung der frei lebenden Wisente gestellt. Nach Abstimmung mit den Projektpartnern übernahm der Wisent-Verein dies aus formalen Gründen. Zuständig für den Zaunbau bleibt der Landesbetrieb Wald und Holz. Nun muss noch ein Gutachten zur FFH-Verträglichkeit der Wisente erstellt werden, da es sich bei der vorgesehenen Fläche um ein Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie handelt, das besonders geschützt ist.

Bernd Fuhrmann betont: „Der Wisent-Verein steht auch vor dem Hintergrund der nun präzisierten Rahmendaten weiter zum Kompromissvorschlag von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.“ Der Landesbetrieb Wald und Holz hatte in den vergangenen Monaten das mögliche Zielgebiet für die befristete Einzäunung der Wisente untersucht. Er erachtet demnach eine Fläche von 840 Hektar (rund 700 Hektar Staatswald und 140 Hektar Anteil der Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer) als geeignet. Die Zaunlinie soll 18 Kilometer lang, der Zaun zirka zwei Meter hoch sein und aus einem starken Knotengeflecht bestehen und nicht elektrifiziert werden. 20 Tore sollen den Durchgang gewähren.

„Der Zaun ist natürlich nicht unsere Idealvorstellung“, betont Vereinsvorsitzender Bernd Fuhrmann. „Aber unter den gegebenen Bedingungen sehen wir darin einen tragfähigen Kompromiss und unterstützen Ministerin Heinen-Esser in ihrem Bemühen, mittelfristig eine dauerhafte Lösung zu finden. Auch die fachlichen Argumente von Wald und Holz, wonach die eingezäunte Fläche auf jetzt rund 840 Hektar schrumpfen soll, erkennen wir an, auch wenn wir uns eine deutlich größere Fläche gewünscht hätten.“

Als Vorsitzender der Koordinierungsgruppe des Artenschutzprojektes „Wisente im Rothaargebirge“ begrüßt Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, die verbindliche Haltung des Trägervereins zur vereinbarten Übergangslösung und ergänzt: „Der Vorschlag der Ministerin ist ein Kompromiss, der von allen ein Abrücken von ihrer Idealvorstellung einfordert, und es macht nur Sinn, ihn weiterzuverfolgen, wenn sich auch weiterhin alle dazu bekennen.“ Darüber hinaus liege der Fokus der Vertragspartner aktuell in der Vorbereitung der Beauftragung eines Gutachtens über die bisherige Freisetzungsphase und die zukünftige Entwicklung des Artenschutzprojektes.

Landrat Müller: „Wir haben als Kreis Siegen-Wittgenstein hier die Federführung übernommen und gehen aktuell von einer Auftragsvergabe in der ersten Jahreshälfte 2020 aus.“ Somit lägen dann im nächsten Jahr Ergebnisse vor, auf deren Grundlage man sich der notwendigen Entscheidung über Fortführung oder Einstellung des Projektes in Gänze widmen könne, sagt Müller weiter.
Der Plan von Ministerin Heinen-Esser zur Befriedung des Wisent-Konflikts hatte das Wisent-Jahr 2019 stark geprägt. Der Verein stimmte dem Vorschlag, den die Ministerin im Frühjahr 2019 der Koordinierungsgruppe des Projektes unterbreitet hatte, unter drei Voraussetzungen zu: Es solle sich um ein befristetes Vorhaben handeln, sich nicht negativ auf die Sponsoren und Unterstützer des Wisent-Vereins auswirken und das zu erstellende Gutachten zur Bewertung des Projektes müsse ergebnisoffen sein.

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