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Wisent-Verein verwahrt sich gegen Rufschädigung

Freitag, 22. Dezember 2017

Bad Berleburg, 22. Dezember 2017.  Dem Wisent-Verein drängt sich derzeit der Verdacht auf, dass die Ereignisse der vergangenen Tage rund um das Gebiet „Auf der Almert in Schmallenberg“ Teil einer Inszenierung der Projekt-Gegner sind. Dort halten sich die frei lebenden Wisente seit geraumer Zeit bevorzugt auf. Der Verein verwahrt sich zugleich gegen zahlreiche Falschbehauptungen, Desinformationen und gestreute Gerüchte.

So hat der Landwirtschaftliche Kreisverband Hochsauerland im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband gleich mehrere unwahre Behauptungen in der Einladung zu seiner Pressekonferenz am 21. Dezember aufgestellt. Anlass ist, dass Wisente ausgelegte Silage auf dem Grundstück eines Landwirts gefressen haben. Der Wisent-Verein hat eine angemessene Entschädigung des Landwirts zugesagt, korrigiert der Vorstand die falsche Aussage des Kreisverbandes. Dass die Tierseuchenhygiene bei den Wisenten nicht beachtet werde, ist ebenfalls unzutreffend, auch dass die Schälschäden an Buchen zunehmen, ist nicht belegt, unterstreicht der Wisent-Vorstand.

Über den Schadensfonds, in den Land, Kreis Siegen-Wittgenstein, Rentkammer, Verein und WWF einzahlen, erfolgt eine umfassende, großzügige und schnelle Regulierung von Baumschäden durch Wisente, stellt der Wisent-Verein fest. In den vergangenen Tagen ist wiederholt auch das Gerücht verbreitet worden, der Verein habe keine Haftpflichtversicherung – etwa für Unfälle mit Wisenten – oder diese sei ihm gekündigt worden. Auch diese Behauptungen sind frei erfunden und dienen nur dazu, dem Projekt zu schaden. Der Wisent-Verein behält es sich vor, künftig auch rechtlich gegen solche rufschädigenden Behauptungen vorzugehen.

Diese und andere Beispiele zeigen, dass beim Wisent-Projekt die Probleme offenkundig vor allem auf der Seite der Menschen und weniger bei den Tieren angesiedelt sind. Das gilt nicht nur für die zahlreichen Schaulustigen „Auf der Almert“, die durch ihr distanzloses Verhalten Mensch und Tier gefährden. Das gilt auch für einige Projektgegner, die den Wisent-Verein daran hindern, Probleme zügig zu lösen.

Nicht völlig nachzuvollziehen ist auch das Verhalten des Landwirts, auf dessen Grundstück Wisente in den vergangenen Wochen Silage gefressen haben. Das Silo wurde Ende November geöffnet. Die ersten Fressschäden durch Wisente sind laut Geschädigtem erstmals am 25.11. aufgetreten. Aber erst am 11. Dezember ist der Verein darüber informiert worden. Auf mehrere am 12.12. unmittelbar aufgenommene Kontaktaufnahmeversuche hat der Landwirt nicht reagiert. Schließlich ließ er über seinen Anwalt ein erstes Treffen ablehnen. Das kam dann erst am 16. Dezember auf Drängen des Vereins zustande. Der Wisent-Verein erklärte sich in der Folge bereit, sowohl die Materialkosten für einen Zaun als auch den Arbeitsaufwand für dessen Errichtung zum Schutze der Silage zu erstatten. Da bis zum 21.12. immer noch kein Zaun um das Silo errichtet wurde, hat der Verein schließlich selber einen Unternehmer beauftragt, einen Zaun zu errichten. Aus Sicht des Vereins hätte das Problem deshalb bereits vor vier Wochen gelöst sein können, die jetzige Situation „Auf der Almert“ wäre gar nicht erst entstanden.

Der Wisent-Verein hat außerdem beim Hochsauerlandkreis (HSK) eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beantragt. Diese wurde am 21. Dezember erteilt und bis zum 15. Januar 2018 befristet. Sie gibt dem Verein die Möglichkeit, die Tiere zu vergrämen. Der Verein kann nun den Versuch unternehmen, die Wisente zu vertreiben und in eine andere Richtung zu lenken.

Der HSK stellt in seiner Ausnahmegenehmigung fest: „Es dürfen keine Tiere verletzt oder getötet werden.“ Das Bundesnaturschutzgesetz setzt enge Grenzen für einen Eingriff in die Um- und Tierwelt. Für die Durchführung der Vergrämung der Wisente ist aber zwingend das Betreten von Naturschutzgebieten erforderlich.  Der HSK begründet die Ausnahmegenehmigung mit dem Hinweis auf „öffentliches Interesse“ und „Gefahrenabwehr“.

Der HSK stellt in seiner Begründung fest: Bei Wisenten handele es sich um eine „streng geschützte Art“ und auch um eine „besonders geschützte Art“: „Wisente sind grundsätzlich in ganz Europa geschützt.“ Zudem sei es gemäß des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“. Da nun die Ausnahmegenehmigung vorliegt, wird der Wisent-Verein bei den Grundstückseigentümern das Betreten ihrer Grundstücke beantragen, um aktiv zu werden und die Wisente Richtung Wittgenstein zu lenken.