Nachwuchs in der „Wisent-Wildnis“

Nun leben acht Tiere im Areal bei Wingeshausen | Große Attraktion für die Besucher

Bad Berleburg, 3. Mai 2016. Der Wisent-Verein freut sich über Nachwuchs in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“. Am Dienstag Morgen entdeckte Wisent-Ranger Jochen Born den Neuankömmling. Damit ist die Wisent-Gruppe im Besucherareal auf acht Tiere gewachsen. Dem Jungtier und seiner Mutter geht es gut. Damit können sich die Besucher, die jetzt mit Beginn des Frühlings und der schönen Jahreszeit vermehrt in die „Wisent-Wildnis“ kommen, auf eine ganz besondere Attraktion freuen.

Ein Jahr lang hatte sich in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ zwischen Wingeshausen und Jagdhaus nichts getan: Während in der frei lebenden Herde 2015 gleich sechs Kälbchen geboren worden waren, herrschte im Besucherareal gleichzeitig Funkstille. Nun ist der Bann jedoch gebrochen. Fasel hat in der Nacht von Montag auf Dienstag ein gesundes Kalb geboren. „Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es ich um ein männliches Jungtier“, sagt Jochen Born nach dem ersten Augenschein.

Nun gibt es in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ insgesamt acht Könige der Wälder, die sich gerne von den Besuchern bestaunen lassen: Bulle Horno, die drei Wisent-Jungs Quambo, Quax und Quentin, allesamt 2014 geboren. Dazu kommen die weiblichen Tiere Fasel (Geburtsjahr 2009), die jetzt gerade ein Kalb gesetzt hat, und Faye (ebenfalls 2009) und Quelle (2011). Auf weiteren Zuwachs in den nächsten Wochen kann also gehofft werden.

Fasel und Faye sind 2014 schon einmal ihren „Mutterpflichten“ nachgekommen, ebenso wie Gutelaune, die heute im Baltikum ihr Rentnerinnendasein genießt. Fasel war zusammen mit Faye Ende 2013 aus der Alten Fasanerie aus Hanau in die Wisent-Wildnis gekommen.

Die Namen aller in Wittgenstein geborenen Wisente müssen mit den Buchstaben „Qu“ beginnen, um sie im internationalen Zuchtbuch ihrer regionalen Herkunft zuordnen zu können. Wie in der Vergangenheit, freut sich der Wisent-Verein (info@wisent-welt.de) auch dieses Mal wieder über Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung.

Die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ ist das Guckloch in das für Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge. Da sich die frei lebende Herde meist den Blicken von Wanderern und Besuchern entzieht, hat der Wisent-Verein die „Wisent-Wildnis“ geschaffen. Dort leben die majestätischen Tiere auf rund 20 Hektar. Es ist kein Zoo und kein Gehege, sondern ein weitgehend naturbelassenes Areal und damit einzigartig in Deutschland.