Quattro bringt neues Leben in die Wildnis

Zwei Monate altes Wisent-Kälbchen kehrt zurück in das Besucherareal / Nesthäkchen wird dort noch vier weitere Monate mit der Flasche aufgezogen

Bad Berleburg, 27. November 2012. Quattro ist wieder da. Am gestrigen Montag ist das Wisent-Kalb in seine Heimat, die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“, zurückgekehrt. Damit tummeln sich nun sechs der majestätischen Tiere in dem Besucherareal. Weil Quattro noch weiter von Menschenhand gefüttert und behutsam an seine tierische Familie herangeführt werden muss, wurde ihm von Wisent-Ranger Jochen Born ein eigener Bereich eingerichtet. Dieses abgegrenzte Areal ist für Besucher gut einsehbar.

Quattro war am Sonntag, 16. September 2012, in der „Wisent-Wildnis“ von Mutterkuh Gutelaune geboren worden – noch vor der Eröffnung des Areals für Besucher. Da Gutelaune aber wie bereits bei ihrem vorherigen Kälbchen keine Milch geben konnte, musste daher  auch Quattro – wie schon Halbschwester Quelle“ –  kurzzeitig umziehen und von Menschenhand mit der Flasche aufgezogen werden. Dies ist die ersten zwei Monate im Stall von Wisent- Ranger Jochen Born und dessen Familie geschehen. Nun hat Kreisveterinär Dr. Wilhelm Pelger nach ausführlichen Untersuchungen des Jungtieres grünes Licht für den Wiedereinzug von Quattro in die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ gegeben.

Aber auch in der Wildnis muss Quattro weiter täglich gefüttert werden und die Flasche bekommen. „Er erhält dreimal am Tag eine große Milchportion“, erzählt Wisent-Ranger Jochen Born – nämlich dreimal drei Liter. Die erste und letzte Fütterung am Tag finden außerhalb der Öffnungszeiten der „Wisent-Wildnis“ statt, weil Quattro an den Rhythmus mit Fütterungen sehr früh am morgen und am Abend gewöhnt ist. Die Mittagsfütterung wird dann stets zwischen 12 und 14 Uhr stattfinden und sicherlich auf großes Interesse der Besucher stoßen.

Das „Zimmer“ von Quattro befindet sich im Innenbereich der „Wildnis“, der mit einem Elektrozaun von den Besuchern getrennt ist. So können Horno, Gutelaune, Fasel, Faye und Quelle den Familien-Benjamin schon mal aus nächster Nähe beschnuppern, ihm allmählich näherkommen und ihn als Teil der Gruppe akzeptieren. Aber sie bleiben noch durch das Gatter von Quattro getrennt. Denn Quattro muss erst an die Fütterungen in der „Wildnis“ gewöhnt und entsprechend konditioniert werden, ehe er zur Herde gelassen werden kann. Das heißt: Quattro muss erst lernen, alles liegen und stehen zu lassen und aus der Herde auszuscheren, wenn der Wisent-Ranger mit dem Futter kommt. Denn eine Fütterung inmitten einer drängelnden und neugierigen Wisent-Herde wäre für Menschen zu riskant.

Das eigens für Quattro errichtete Gatter misst zirka 50 bis 60 Quadratmeter und ist für Besucher gut einsehbar. Wie lange Quattro dort bleiben wird, ist derzeit noch nicht genau vorhersehbar. Sobald sich aber Kalb und Restfamilie vertragen und Quattro gelernt hat, regelmäßig und zuverlässig zum Essen zu kommen, steht der endgültigen Familienzusammenführung nichts mehr im Wege, sagt Wisent-Ranger Jochen Born.