Verkettung unglücklicher Umstände

Hund bei Wisent-Begegnung getötet / Verein weist erneut auf richtiges Verhalten hin

Bad Berleburg, 9. Juli 2020. Der Wisent-Verein spricht dem Halter eines zu Tode gekommenen Hundes sein Mitgefühl aus. Das zwölf Jahre alte Tier wollte in Folge einer Begegnung mit Wisenten am gestrigen Mittwoch flüchten. Auf Grund einer Verkettung unglücklicher Umstände konnte sich der Hund jedoch nicht mehr vor den Wisenten retten.

Bei einer Begegnung mit Wisenten in der Nähe des Albrechtsplatzes hatte ein Hundehalter am Mittwochabend sein Tier samt Leine losgelassen. Die Leine des Hund verhedderte sich daraufhin im Gestrüpp, worauf sich der Hund nicht mehr von den Wisenten entfernen konnte. Diese nahmen den Hund als Bedrohung ihrer neu geborenen Kälber war und verteidigten ihren Nachwuchs entsprechend. Für den Hund endete dies tödlich.

Die beiden Ranger des Wisent-Vereins fuhren am Mittwochabend – unmittelbar nachdem sie die Meldung vom Unfall erhalten hatten – gegen 20 Uhr zum Ort des Geschehens. Dort trafen sie zwei Wanderer sowie den Hundehalter und ein weiteres Paar, das dort spazieren wollte an.

Der Hundehalter und die beiden Wanderer hatten unabhängig voneinander zuvor einige Wisente im Wald gesehen – zuerst in etwa 200 Meter Entfernung. Der Hundehalter wollte zurück zu seinem Auto und passierte daraufhin die Wisente in ungefähr fünf Meter Abstand. Daraufhin attackierten zwei Wisente den Hund. Der war an einer langen Rollleine befestigt. Der Hundebesitzer wollte den Hund zuerst an der Leine wegziehen, was nicht gelang, und ließ ihn dann samt Leine los; das schon recht betagte Tier konnte sich nicht mehr schnell genug entfernen, zudem verfing sich die Leine, so dass das Tier nicht mehr weglaufen konnte.

Der Wisent-Verein informiert seit vielen Jahren – gemeinsam mit anderen Organisationen – über angepasstes und respektvolles Verhalten gegenüber Wildtieren im Wald. Die Verhaltensregeln sind u.a. auf der Homepage des Vereins, beim Berleburg Tourismus und anderen Organisationen nachzulesen.

Dabei weist der Wisent-Verein auch immer wieder daraufhin, dass gerade in der Zeit, in der Kälber geboren werden, Hunde von Wisenten als Bedrohung gesehen werden können. Der Wisent-Verein empfiehlt auch nachdrücklich, einen Abstand von mindestens 50 Metern zu Wisenten einzuhalten. Wisente sind zwar friedliche, aber dennoch Wildtiere, die insbesondere ihren Nachwuchs verteidigen. Das ist bei anderen Tierarten genauso. Hunde sollten in solch einer Situation grundsätzlich nur ohne oder mit flexiblem reißfähigem Halsband losgelassen werden.

Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

  • Bleiben Sie auf den vorgesehenen Wegen.
  • Halten Sie Abstand.
  • Nähern Sie sich nicht aktiv.
  • Füttern Sie nicht.
  • Verhalten Sie sich vorausschauend sowie der Strecke und den Begebenheiten angemessen.
  • Passen Sie Ihr Tempo so an, dass Sie jederzeit reagieren können.
  • Auch der Wald gehört jemandem! Beachten Sie Absperrungen und befolgen Sie Anweisungen.
  • Meiden Sie bei Dämmerung den Wald.
  • Führen Sie Hunde nur auf den Wegen oder an der Leine (außer in Gefahrensituationen).