Wisent-Kindergarten füllt sich

Am Mittwoch hat das fünfte Kälbchen des Jahres das Licht der Welt erblickt

Bad Berleburg, 11. Juli 2014. Was gibt es Angemesseneres für einen Ministerbesuch als ein Geburtstag. Die frei lebende Wisent-Herde ließ sich daher nicht zweimal bitten. Und so konnte Bernd Fuhrmann, erster Vorsitzender des Wisent-Trägervereins, Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch des Wisent-Projekts in Bad Berleburg am Donnerstag vom bereits dritten Kälbchen dieses Jahres bei der Wald-Herde berichten. Außerdem waren in den vergangenen Wochen auch noch zwei Wisent-Babys in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ zur Welt gekommen.

Mutter des jüngsten Kälbchens ist die fünfjährige Daviedi. Es ist ihr erstes Kalb. Erst kürzlich hatte auch Abtisa ihr erstes Junges zur Welt gebracht. Und auch Leitkuh Araneta war im Mai erneut Mutter geworden. Und an ihr orientieren sich die beiden frischgebackenen Wisent-Mütter, hat Jochen Born, der Wisent-Ranger beobachtet. „Für Abtisa und Daviedi ist es gut, eine erfahrene Mutter und Leitkuh zu haben, die bei der Aufzucht der Jungen die Richtung vorgibt.“

Dem ersten Augenschein nach, berichtet Jochen Born, handelt es sich bei dem wahrscheinlich am Mittwoch, 9. Juli 2014, geborenen Nesthäkchen um ein Mädchen. Es ist in der Gruppe der drei Kälbchen auch gut zu erkennen, weil es eine etwas hellere Fellfarbe als die beiden anderen Jungtiere aufweist. Der Geburtsort liegt im Latroper Staatsforst, am Rothaarsteig in der Nähe der Skulptur Falke. Kurz nach der Geburt ist die junge Mutter dann wieder zur Herde nach Wittgenstein zurückgekehrt.

Die Herde ist zusammen und  sehr entspannt, weiß Jochen Born. Die Wisent-Mutter und ihr Kalb haben die Geburt gut überstanden und sind wohlauf. Und nicht nur das. Die drei kleinen Wisente haben sich schnell zusammengefunden, angefreundet und spielen intensiv miteinander im „Freiluft-Wisent-Kindergarten“. Damit ist das Artenschutzprojekt zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Tierart wieder einen guten Schritt vorangekommen.