Wisent-Verein will alle Rechtsmittel ausschöpfen

Einspruch gegen Einstweilige Verfügung | Bernd Fuhrmann kündigt harte Auseinandersetzung an

Werden nun wohl Hautakteure in einer rechtlichen Auseinandersetzung: die erste freilebende Wisentherde in Westeuropa.

Bad Berleburg, 31. August 2014. „Wir werden das für Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt zur Erhaltung der Wisente mit allen rechtlich möglichen Mitteln verteidigen“, erklärt der erste Vorsitzende des Wisent-Trägervereins, Bernd Fuhrmann. Der Verein reagiert damit auf die Einstweilige Verfügung des Schmallenberger Amtsgerichts, wonach den zwölf frei lebenden Wisenten das Betreten der Grundstücke des Beschwerde führenden Waldbauern Hermann-Josef Vogt aus Schmallenberg untersagt wurde.

Bernd Fuhrmann kündigte an, dass der Wisent-Verein am Montag Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen werde. Er teilt weiter mit, dass – parallel zur juristischen Auseinandersetzung – alle Möglichkeiten intensiv geprüft würden, wie den Tieren das Betreten der inkriminierten Grundstücke verwehrt werden könne.

Die einstweilige Verfügung war dem Wisent-Verein am Freitagnachmittag durch einen Boten zugestellt worden – allerdings erst nachdem sie bereits einigen Medien zugespielt worden war. „Dieses unseriöse Vorgehen zeigt uns klar, wo hier die Absicht liegt“, sagt Bernd Fuhrmann: „Einzelnen Waldbauern geht es nun nicht mehr darum, Schälschäden an Bäumen finanziell ersetzt zu bekommen, sondern das Artenschutzprojekt insgesamt zu torpedieren. “

Seit der Freisetzung der Tiere im April 2013 sind bisher Schälschäden in Höhe von rund 16.000 Euro von privaten Waldbesitzern im Hochsauerlandkreis gemeldet und von einem unabhängigen staatlich bestellten Gutachter bestätigt worden. Die allermeisten Schäden sind beglichen, jüngste Meldungen befinden sich aktuell in der Bearbeitung.

Die Begleichung von Schälschäden war von Beginn des Artenschutzprojektes an ein ganz wichtiger Handlungsgrundsatz des Trägervereins. Und es ist auch sein Bestreben, entstandene Schäden so schnell wie möglich finanziell auszugleichen. „Wenn dieser Konsens nun von einzelnen Waldbauern aufgekündigt wird, lassen wir das nicht unbeantwortet“, erklärt Bernd Fuhrmann. „Wir werden in der Öffentlichkeit eindeutig auf die negativen Folgen für bedrohte Tiere, Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Image der Region hinweisen und deutlich machen, wer dann dafür die Verantwortung trägt“, kündigt der Vereinsvorsitzende eine harte öffentliche Auseinandersetzung an.