„Wisente passen ins Rothaargebirge“

Ranger aus ganz Deutschland besuchen „Wildnis“ | Wald- und Tiererlebnis ergänzen sich

Bad Berleburg/Schmallenberg, 29. März 2012. Rund 120 Ranger aus Deutschland, der Schweiz und Österreich statteten der „Wisent Wildnis am Rothaarsteig“ am Donnerstag einen Besuch ab. Die Exkursion war Teil der bundesweiten Naturwacht-Fachtagung in Schmallenberg-Grafschaft, die am Freitag zu Ende geht. Bernd Fuhrmann, erster Vorsitzender des Trägervereins „Wisent-Welt-Wittgenstein“ sagte dazu: „Wir freuen uns sehr, dass das Artenschutz- und Tourismusprojekt eine so große und positive Beachtung auch beim Fachpublikum erfährt.“

Die Fachtagung der Ranger wurde gemeinsam von der Natur- und Umweltschutz Akademie NRW und dem Landesbetrieb Wald und Holz in NRW organisiert. Fred Josef Hansen, Leiter der Schwerpunktaufgabe Wald, Erholung und Touristik des Landesbetriebs Wald und Forst, sagte nach dem Besuch der „Wildnis“: „Wir erachten das Artenschutzprojekt als enorm wichtig. Wir denken, dass die Wisente hierher ins Rothaargebirge passen. Wir glauben auch, dass es eine weitere gute Möglichkeit ist, den Tourismus in der Region zu fördern. Und uns als Rangern hilft das Wisent-Projekt, den Wald in seiner ursprünglichen Funktion noch besser darstellen zu können.“

Zum Wisent-Projekt in Bad Berleburg gehören zwei Herden. Die eine im Eingewöhnungsareal wird gerade auf ihre Freisetzung vorbereitet. Dies soll Ende des Jahres geschehen. Eine frei lebende Wisent-Herde in einem bewirtschafteten Wald – das wäre dann einmalig in ganz Westeuropa. Damit Besucher die Wisente auch live erleben können, gibt es eine zweite Herde. Sie befindet sich in der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“. In dem rund 20 Hektar großen naturbelassenen Areal wird es einen drei Kilometer langen Wanderweg und naturnahe bauliche Attraktionen wie zum Beispiel einen Dachsbau geben, in dem die Menschen unter den Wisenten herlaufen können. Die Eröffnung der Wildnis ist für Sommer 2012 geplant.

Die Ranger wurden bei ihrer Exkursion in die „Wildnis“ von den Vorständen des Trägervereins Bernd Fuhrmann und Johannes Röhl sowie dem Bad Berleburger Wisent-Ranger Jochen Born begleitet. Fred-Josef Hansen machte deutlich, dass es die Aufgabe der Ranger in Südwestfalen ist, Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die Belange des Waldes zu informieren, Waldwissen zu vermitteln, Waldpädagogik zu betreiben und Interesse für die Waldkultur zu wecken. Als Gastgeber des Ranger-Treffens nutzte der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Gelegenheit, die heimische Waldregion mit ihren Höhepunkten, unter anderen den Wanderwegen, dem Rothaarsteig und dem Waldskulpturen, darzustellen. „Und jetzt ist neu das Wisent-Projekt als ein weiteres Highlight dazugekommen“, unterstreicht Fred Hansen.

Hansen erläuterte weiter, dass den Ranger im Landesbetrieb der Vernetzungsgedanke wichtig sei. Deshalb auch der Besuch in der „Wisent-Wildnis“. Beide Seiten könnten voneinander profitieren. Denn um Besuchern qualifizierte Ansprechpartner im Wald zu bieten und ihnen ein bleibendes Naturerlebnis zu ermöglichen, setzt der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen seit Januar 2003 ausgebildete Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister in Südwestfalen ein. Sie werden nach dem Vorbild ihrer Kollegen aus dem Yellowstone Nationalpark in den USA „Ranger” genannt. Der Ranger-Hut ist ihr besonderes Markenzeichen. Für den Beruf des Rangers mit seinen vielfältigen Aufgaben haben sie sich zu geprüften Natur- und Landschaftspflegern fortgebildet. Die Ranger stehen den Wanderern mit Rat und Tat zur Seite.

Mit dem Wisent-Projekt gewinne das Thema Wald nun zusätzlich an Bedeutung und Attraktivität, sagte Fred Hansen. Das nütze den Rangern bei ihrer Arbeit. Und diese könnten umgekehrt bei den Waldbesuchern das Interesse für die Wisente im Rothaargebirge wecken. Das führe zu einer klassischen „Win-win-Situation“, unterstrich Ranger Fred Hansen.