Wisente repräsentieren ein Stück Zukunft

Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ zeichnet innovatives Artenschutzprojekt aus

von links nach rechts: Roswitha Still, Geschäftsführerin Touristikverband Siegerland-Wittgenstein, Andrea Treude-Kirchner (Wisent-Geschäftsstelle), Jochen Born (Wisent-Ranger), Bernd Fuhrmann (Bürgermeister, 1. Vorsitzender des Wisent-Trägervereins), Günther Schmidt (Vorsitzender des Wisent-Fördervereins), Ralf Ehser (Deutsche Bank), Hubertus Winter (Wittgenstein Berleburgsche Rentkammer), Paul Breuer (Landrat und 2. Vorsitzender des Wisent-Trägervereins)

Bad Berleburg, 22. November 2012. Das Artenschutzprojekt „Wisente im Rothaargebirge“ ist am Donnerstag als Preisträger im bundesweit ausgetragenen Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Träger des Projekts ist der Verein „Wisent-Welt-Wittgenstein“. Mit dem für Westeuropa einzigartigen Artenschutzprojekt setzt sich der Verein für diese fast ausgestorbene Wildrinderart ein. Im Rahmen eines Empfangs in der Orangerie des Schlosses Berleburg wurde der Verein mit einer Laudatio gewürdigt und mit einem Pokal ausgezeichnet.

Mit dem Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ prämiert die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank seit 2006 herausragende Projekte und Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. „Die „Ausgewählten Orte 2012″ sind nicht nur Ideen, die begeistern. Es sind vor allem die Menschen, die sich mit Leidenschaft und Engagement für ihre Sache einsetzen“, begründet Ralf Ehser, Mitglied der Geschäftsleitung Private Wealth Management der Deutschen Bank Region Wuppertal, die Entscheidung der Jury. Er überreichte dem Wisent-Vorstand, vertreten durch den ersten Vorsitzenden Bernd Fuhrmann und den zweiten Vorsitzenden Paul Breuer, und zahlreichen Mitarbeitern und Unterstützern die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ und lobte: „Sie gestalten ein Stück Zukunft.“

Der Verein „Wisent-Welt-Wittgenstein“ ist mit seinem Artenschutzprojekt als Preisträger aus mehr als 2.000 Bewerbungen von einer Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern ausgewählt worden.

Der erste Vorsitzende des Trägervereins Bernd Fuhrmann unterstrich die bisherige Erfolgsgeschichte des Wisent-Projektes. Vorbehaltlich der Genehmigung des Landes Nordrhein-Westfalen, stehe die Freisetzung der Wisente in das Rothaargebirge in diesem Winter kurz vor der Verwirklichung. Damit werde ein bedeutender Beitrag zum Artenschutz und zum Überleben der vom Aussterben bedrohten größten Landsäugetiere Europas geleistet. Und der touristische Arm des Projektes – die „Wisent Wildnis am Rothaarsteig“ – habe sich sofort zu einem Besuchermagnet entwickelt: mit mehr als 12.000 Besuchern in den ersten beiden Monaten ihres Bestehens.

Bernd Fuhrmann wies insbesondere auf den einzigartigen Charakter des Projektes hin: „Die Initiative, die Idee und schließlich die Umsetzung kamen von Privatpersonen und aus der Bevölkerung. Damit ist die Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge ein besonders gutes Beispiel für Innovationsfähigkeit, die nicht von oben, von der Politik oder Institutionen, gesteuert ist.“ Fuhrmann sagte weiter: „Ein weiteres bedeutendes Merkmal des Projektes ist seine Prozesshaftigkeit. Da es keine Blaupause und keine Matrix als Vorbild gab, musste vieles immer wieder neu erarbeitet werden. Das hat dadurch sicher länger gedauert als von manchen erwartet und erwünscht, hat aber andererseits auch die Chance der ständigen Korrektur und Justierung ermöglicht und niemanden im öffentlichen Umfeld im Tempo überfordert.“ Und er unterstrich, dass das Wisent-Projekt eine Initialzündung für die touristische Weiterentwicklung der Region ausgelöst habe.

Paul Breuer unterstrich, dass Deutschland durchaus Schwierigkeiten, bei der Umsetzung und Durchführung neuer Technologien habe. Vielfach gäbe es bundesweit Widerstände gegen neuartige Projekte. Dies sei auch bei der Wiederansiedlung der Wisente nicht anders gewesen. Er bezeichnete die Auszeichung für das Projekt deshalb als Motivation, sinnvolle Ideen hartnäckig zu verfolgen. Der Preis der Initiative helfe dem Projekt, noch besser und intensiver wahrgenommen zu werden. Die Auszeichnung bedeute auch eine Unterstützung des regionalen und touristischen Marketings. Breuer lobte die Jury-Entscheidung insbesondere deshalb, weil sie mit dem Wisentprojekt auch vorbildliche Aktivitäten auf dem Lande auszeichne. Breuer sagte, der Preis sei auch eine Bestätigung für diejenigen Menschen, die das Wisent-Projekt trotz vieler Schwieirigkeiten und Widerstände vorangetrieben hätten. So sei es gelungen, die Widerstände aufzunehmen, in Energie umzuwandeln und das Projekt nach vorne zu bringen: „Der Preis unterstützt solche Menschen, die innovative Ideen haben und notwendige Veränderungsprozesse in Gang setzen“.