WWF lobt Wisent-Projekt als wegweisend für Deutschland

Naturschutzorganisation spricht sich für die Freisetzung aus / Besuch in Wittgenstein

Bad Berleburg, 3. Januar 2013. Der World Wide Fund For Nature (WWF) hat das Projekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge als „wegweisenden Schritt für den Naturschutz in Deutschland“ bezeichnet. Die Organisation stellt fest: „Der WWF befürwortet die endgültige Freisetzung der Wisente“ und will die Erfahrungen des Wittgensteiner Projektes sogar auf weitere Gebiete in Deutschland übertragen, denn damit „wird der Aufbau einer europaweit überlebensfähigen Population dieser gefährdeten Art unterstützt“, heißt es in einer Erklärung der Organisation.

Vertreter des WWF hatten sich kürzlich vor Ort in Bad Berleburg selbst ein Bild vom Wisent-Projekt gemacht. Dabei wurden sie vom kompletten Vorstand des Trägervereins – Bernd Fuhrmann, Paul Breuer, Johannes Röhl und Edgar Reisinger – und dem Wissenschaftlichen Leiter, Dr. Jörg Tillmann, empfangen. Der WWF Deutschland war hochkarätig vertreten durch seinen Vorstand Eberhard Brandes sowie Christoph Heinrich (Geschäftsleitung Naturschutz) und Dr. Diana Pretzell, Leiterin der Abteilung Naturschutz Deutschland.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Naturschutz-organisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn fünf Millionen Förderer. Das globale Netzwerk des WWF unterhält 90 Büros in mehr als 40 Ländern. Rund um den Globus führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell 1300 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch.

Der Besuch in Bad Berleburg begann im Schloss mit einem Vortrag von Johannes Röhl, der die Historie des Wisent-Projektes erläuterte. Anschließend standen eine Fahrt durch das Freisetzungsgebiet und eine Wanderung durch die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ auf dem Programm. Dabei waren die WWF-Vertreter insbesondere an der Umsetzung des Projektes und den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung interessiert.

Der WWF lobt die Freisetzung der Wisente als „nachhaltig durchdacht“; sie besteche durch eine „professionelle Projektentwicklung und -umsetzung“. Die bisherigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Artenvielfalt zugenommen habe, zugleich habe sich ein eventueller Schaden für die Forstwirtschaft durch Schälschäden als unbedeutend erwiesen, stellt der WWF fest. Darüber hinaus seien die Tiere ungefährlich für Menschen.

In ihrem Fazit resümiert Dr. Diana Pretzell für den WWF: „Die Einbindung der Bevölkerung in das Vorhaben wurde vorausschauend und professionell durchgeführt. Die Bevölkerung der Region steht heute mehrheitlich hinter den Wisenten als ,ihre` Art.“

Das Artenschutzprojekt wird vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.